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Kinder in die Schule!

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie 2020 kommt es in Deutschland immer wieder zu teilweise lang anhaltenden Schulschließungen. Die Eltern schulpflichtiger Kinder beobachten seit vielen Monaten die negativen Auswirkungen des so genannten „Distanzunterrichts“ auf ihre Kinder. Nach Einschätzung von Expert*innen kommt es dabei zu dramatischen Kollateralschäden für Kinder und ihre Familien. Besonders schwer sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien betroffen. Zwar wurde immer wieder betont, dass Kinder keine „Pandemietreiber“ seien. Dennoch scheint die Einschätzung, dass besonders von Kindern eine große Gefahr ausgehe, weiterhin sehr präsent zu sein. Dies führt immer wieder zur reflexartigen Forderung, sofort alle Schulen zu schließen. Viele Eltern sind verärgert über diese Politik, viele haben aber auch Ängste, dass ihre Kinder schwer erkranken könnten. Diese Seite stellt den Versuch dar, Fakten zu bündeln und auf entsprechende Quellen zu verweisen. Die Schulen sollten unbedingt offen bleiben!


Thursdays for Education: „Präsenz statt Inzidenz“ – Demonstration für offene Schulen, jeden Donnerstag um 16 Uhr auf dem Odeonsplatz in München


Die Willkür eines Schwellenwertes (F.A.Z., 20.4.2021)
Kernaussage(n): „Es war ein politischer Kompromiss, dass die Schulen ab einer Inzidenz von 165 schließen sollen. Sachgründe gab es dafür offenbar nicht.“ Grenzwerte für Schulschließungen und damit der Alltag der Kinder werden wie auf einem „Basar“ verhandelt, Einschätzungen von Experten werden beharrlich ignoriert.


„Infektionsschutz zulasten der Gesundheit von Kindern muss ein Ende haben“ (WELT, 20.4.2021)
Kernaussage(n): „In einem offenen Brief wenden sich Kinder- und Jugendärzte, Virologen und Epidemiologen an Bundestag, Bundesregierung und Landesregierungen, um für mehr Freiheiten für Kinder und Jugendliche zu werben – unter anderem für einen Regelbetrieb mit Hygienekonzepten an Schulen.“


Kaum dazugelernt (Süddeutsche Zeitung, 20.4.2021)
Kernaussage(n): Laut einer Elternbefragung durch das Ifo-Institut
haben sich Schüler vor der Pandemie im Durchschnitt siebeneinhalb Stunden täglich mit Schulstoff beschäftigt, während der Schulschließungen Anfang 2021 jedoch nur knapp dreieinhalb Stunden, zudem viereinhalb (!) Stunden mit Fernsehen, Videospielen oder Social Media. Die förderbedürftigsten Schüler leiden am meisten unter den Schulschließungen.


Hospitalisierung und Sterblichkeit von COVID-19 bei Kindern in Deutschland (DGPI, 18.4.2021)
Kernaussage(n): „Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der Überlastung der Intensivstationen und den schweren und tödlichen Verläufen der älteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, könnte Kita- und Schulschließungen rechtfertigen. Daten, die diese These bestätigen, fehlen allerdings.“


Professor Zepp: „Wir haben kaum Kinder mit Covid-19 in der Klinik“ (SWR, 15.4.2021)
Kernaussage(n): Durch die enorme Steigerung von Tests in den letzten vier Wochen steigen die Inzidenzzahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Prof. Zepp: „Die Mehrzahl der Kinder wird nach wie vor nicht krank, da gibt es keine Steigerung. Wir sehen zwar auch Kinder bei denen wir eine Infektion im Test nachweisen können, aber wir haben quasi keine Kinder wegen einer Covid-19-Erkrankung in den Kliniken“.


Kinderärzte gegen Pläne für automatische Schulschließungen (F.A.Z., 12.4.2021)
Kernaussage(n): Kinderärzte, Psychologen und Virologen protestieren in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen gegen Pläne für automatische Schul- und Kitaschließungen.


Kinder und COVID-19: Kontaktpersonen-Surveillance in Frankfurter Kitas und Schulen (August bis Dezember 2020) (Monatsschrift Kinderheilkunde, April 2021)
Kernaussage(n): Es ergaben sich keine Hinweise darauf, dass Kinder die „Treiber“ der Pandemie sind. Es ergibt sich keine Notwendigkeit, ganze Gruppen, Klassen oder gar Einrichtungen zu schließen.


Kinderärzte fordern: Schulen offenhalten – „Schließungen nur letzte Option“ (RND, 7.4.2021)
Kernaussage(n): Deutsche Kinder- und Jugendärzte fordern, dass Schulen und Kindergärten möglichst offen bleiben sollen. Präsenzunterricht ist nicht nur enorm wichtig für die Bildung und Gesundheit, Kinder sind auch weniger als gedacht für Corona-Infektionen verantwortlich.


Presseinfo zum Infektionsgeschehen bei Kindern (DGKJ, 1.4.2021)
Kernaussage(n): „Die Frage, ob Kinder zum jetzigen Zeitpunkt überproportional am COVID-19-Infektionsgeschehen beitragen, kann daher mit einem klaren NEIN beantwortet werden.“


Das Ausbruchs- und Infektionsgeschehen in den Schulen (aus dem CODAG Bericht Nr. 12, 1.4.2021)
Kernaussage(n): Der Anteil der Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, die auf einen Schulausbruch zurückzuführen sind, ist in allen Altersgruppen zu jedem Zeitpunkt der Pandemie verschwindend gering. Steigende Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen wirken sich nur schwach auf die Inzidenzentwicklung in anderen Altersgruppen aus.


Aktuelle Ergebnisse der DGPI-Datensammlung von stationären COVID-19 Fällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland (DGPI, Stand 28.3.2021)
Kernaussage(n): Dokumentation aller stationären Aufnahmen in Deutschland seit Beginn der Pandemie samt Aufschlüsselung der dokumentierten Fälle des Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS). Stand 28.3.2021: Bislang 1199 stationäre Aufnahmen, 57 Kinder mussten auf Intensivstationen behandelt werden, 0,3% aller stationär aufgenommen Kinder sind verstorben.


Wie ein Kindermediziner den Anstieg der Corona-Inzidenz erklärt (Tagesspiegel, 25.3.2021)
Kernaussage(n): Vermehrte Testungen führen zu höherer Inzidenz. Es gibt derzeit keine höhere Ansteckungsraten bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen. Prof. Berner:  „Wir als Kinderärzte haben immer wieder gesagt, dass offene Kitas und Schulen für Kinder systemrelevant sind. […] Unter den Bedingungen, die wir jetzt haben, sollten uns offene Schulen so viel wert sein, dass wir dies nicht von schwankenden Inzidenzzahlen abhängig machen.“


Kommentar der DGKH und der DGPI zu flächendeckenden Schnelltests an Schulen: Was lernen wir aus den derzeitigen österreichischen Erfahrungen? (DGPI, 14.3.2021)
Kernaussage(n): Eine Übertragung des österreichischen Testkonzeptes auf deutsche Verhältnisse müsste die Logistik und Organisation von Tests für fast 11 Millionen Schüler*innen und über 780.000 Lehrer*innen (20 Mio. Teste bei einer Testung zweimal pro Woche) bewältigen. Der gewählte Ansatz erscheint in der Risiko-, Aufwand- und Nutzenbewertung nicht geeignet und nicht verhältnismäßig für eine Übertragung in das deutsche Schul- und Gesundheitssystem.


Übergewicht und Essstörung: Was die Pandemie uns auftischt (BR, 7.3.2021)
Kernaussage(n): Nach einer repräsentativen Umfrage unter rund 1.000 Familien legten im Laufe der Pandemie gut ein Viertel aller Eltern und neun Prozent der unter 14-Jährigen an Gewicht zu. Bei den Über-Zehnjährigen aus Familien mit niedrigem Schulabschluss waren es 23 Prozent. Der zunehmende Stress in den Familien, weniger soziale Kontakte, der Wegfall von festen Tagesstrukturen und dadurch auch von festen Mahlzeiten sind Risikofaktoren, die Essstörungen begünstigen können.


Sehkraft leidet unter Homeschooling (F.A.Z., 12.2.2021)
Kernaussage(n): Forscherinnen der Universitätsklinik Münster warnen eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen von digitalem Distanzunterricht und übermäßiger Bildschirmnutzung. Viele Pausen machen, mindestens 40 Minuten im Freien verbringen – das Tageslicht ist entscheidend für die gesunde Entwicklung der Augen.


COPSY-Studie: Kinder und Jugendliche leiden psychisch weiterhin stark unter Corona-Pandemie (UKE Hamburg, 10.2.2021)
Kernaussage(n): Fast jedes dritte Kind leidet ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Erneut sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächerenVerhältnissen oder mit Migrationshintergrund betroffen. Eine aktuelle Publikation findet sich hier.


Kollateralschäden der Pandemie (Deutsches Ärzteblatt, 22.1.2021)
Kernaussage(n): Kinder, Jugendliche und Frauen leiden am stärksten unter den indirekten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Ihnen droht weltweit eine massive Verschlechterung ihrer Lebenssituation, besonders in armen Ländern. Kinder stellen mit mehr als 30 Prozent einen erheblichen Anteil der Weltbevölkerung mit speziellen Bedürfnissen an Schutz und Gesundheit.