Homöopathie

Definition

Homöopathie ist eine Heilmethode mit Arzneien, die nach Prüfung ihrer Wirkung am Gesunden aufgrund der individuellen Krankheitszeichen des Patienten auf der Basis des Ähnlichkeitsprinzips als Einzelmittel zur Heilung und Linderung von Krankheiten angewendet werden.

Grundprinzipien

Die Homöopathie ist ein eigenständiges Therapiesystem mit einer eigenen Lehre über Entstehung, Verlauf und Behandlung von Krankheiten. Es gibt vier Grundprinzipien, die konstitutiv für die Homöopathie sind:

  1. Homöopathische Arzneimittelprüfung
  2. Einzelmittel
  3. Ähnlichkeitsregel
  4. Verwendung kleinster Arzneigaben
Homöopathische Arzneimittelprüfung

Dabei nehmen gesunde Versuchspersonen eine Substanz in mehr oder weniger großen Dosen ein und beobachten, wie ihr Organismus darauf reagiert. Diese Symptome werden gesammelt und aufgezeichnet. Der homöopathische Arzneischatz enthält

  • Pflanzen (z.B. Belladonna, Chamomilla, Pulsatilla)
  • Mineralien und Metalle (z.B. Kalium carbonicum, Phosphorus, Sulfur)
  • Tiere und Tierstoffe (z.B. Ambra, Apis, Sepia)
  • Nosoden (aus Krankheitsprodukten hergestellt, z.B. Carcinosinum, Medorrhinum, Tuberculinum).
Einzelmittel

In der Homöopathie wird immer nur eine einzige Arzneisubstanz auf einmal verabreicht. Die Einzelmittelgabe ist das herausstechende Charakteristikum der Homöopathie.

Ähnlichkeitsregel

Es soll dasjenige Mittel verabreicht werden, das in der Arzneimittelprüfung an Gesunden die ähnlichsten Beschwerden hervorgerufen hat. Ein Patient, der beispielsweise unter hämmernden Schmerzen in der rechten Stirn leidet, die bei leichter Berührung der Haare zu- und bei festem Druck auf die Stirn abnehmen, erhält ein Mittel, das möglichst ähnliche Beschwerden während der Arzneimittelprüfung hervorgerufen hat.

Similia similibus curentur –
Ähnliches soll mit Ähnlichem behandelt werden

Diese Handlungsanweisung ist die entscheidende therapeutische Regel der Homöopathie. Der Terminus “Homöopathie” leitet sich direkt daraus ab: homoi- = ähnlich und pathos = Leiden.

Die Wahl des richtigen Mittels hängt von der individuellen Symptomatik des Patienten ab. Die Diagnose der Krankheit spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Um die individuelle Symptomatik in ihrer ganzen Spannweite zu erfassen, ist eine ausführliche Anamnese erforderlich. Eine vollständige homöopathische Anamnese inklusive körperlicher Untersuchung und Beratung ist zeitaufwendig und dauert mindestens 60-90 Minuten.

Verwendung kleinster Arzneigaben

Die Arzneien werden in so geringer Dosis wie eben nötig verabreicht. Das im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) geregelte Herstellungsverfahren besteht aus einer stufenweisen Verdünnung mit zwischenzeitlicher mechanischer Bearbeitung (Verreiben und Verschütteln).

Man erhält homöopathische Arzneien heute in Form von Globuli, Tropfen, Tabletten, Pulver und Ampullen. Am weitesten verbreitet sind die charakteristischen Kügelchen = Globuli (nicht: Globulis!).

Es gibt drei wichtige Potenzarten:
C-Potenzen  C = centesimal (1:100)
 D-Potenzen  D = dezimal (1:10)
 Q- / LM-Potenzen  Q = quinquagiesmillesimal (1:50.000)

Hochpotenzen (z.B. C200 oder höher) werden bei chronischen Erkrankungen üblicherweise in seltenen Abständen verordnet, d.h. eine einzige Dosis wirkt über einen Zeitraum von 3-6 Wochen.

Q- und LM-Potenzen werden meist täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen eingenommen.

Tiefe Potenzen (z.B. D6/C6, D12/C12) werden eher bei akuten Erkrankungen eingesetzt und können ein oder mehrmals täglich genommen werden.

Die Einnahme sollte immer unabhängig von den Mahlzeiten oder vom Zähneputzen erfolgen (Abstand möglichst 15-Minuten). Globuli sollen im Mund zergehen und nicht runtergeschluckt werden. Üblicherweise werden 3 Globuli auf einmal eingenommen (= 1 Gabe).

Weitere Informationen zur Homöopathie und zum aktuellen Forschungsstand finden sich auf diesem Blog:

 www.informationen-zur-homoeopathie.de